ΓΝΩΘΙ ΣΑΥΤΟΝ oder Magazin zur Erfahrungsseelenkunde

Herausgegeben von: Karl Philipp Moritz, Karl Friedrich Pockels und Salomon Maimon
Digitale Edition herausgegeben von Sheila Dickson und Christof Wingertszahn


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1.

Psychologische Bemerkungen über Träume und Nachtwandler.

Pockels, Carl Friedrich

Fortsetzung.
(Siehe vorhergehendes Stück.)

Ein sehr merkwürdiges Beispiel von einem Nachtwandler kommt unter dem Artikel: Somnambule und Somnambulisme, in der Encyclopedie, oder Dictionnaire universel raisonné des connoissances humaines, Tome XXXVIII vor, a welches vor allen andern angeführt zu werden verdient, und welches der Erzbischof von Bourdeaux dem Encyclopedisten erzählt hat.*) 1

»Als besagter Erzbischof noch auf dem Seminarium war, kannte er einen jungen Geistlichen, [59]welcher nachtwandelte. Um die sonderbare Beschaffenheit dieser Krankheit kennen zu lernen, ging er alle Nächte in seine Stube, sobald der Geistliche eingeschlafen war, und beobachtete unter andern Folgendes. Der junge Mann richtete sich auf, nahm Papier und arbeitete geistliche Reden aus, die er auch zugleich aufschrieb. Wenn er eine Seite geendigt hatte, las er sie von oben bis unten noch einmahl laut her, (wenn man anders, sezt der Encyclopedist hinzu es Lesen nennen kann, da er sich seiner Augen nicht bediente.) Wenn ihm eine Stelle in seiner Ausarbeitung nicht gefiel; so strich er sie aus,und schrieb mit vieler Richtigkeit die Verbesserung darüber. Ich habe den Anfang einer Predigt gesehen, die dieser junge Geistliche im Schlaf gemacht hatte; sie schien mir sehr gut ausgearbeitet, und correct geschrieben zu seyn. Aber es fand sich eine auffallende Verbesserung darin. Er hatte an einer Stelle geschrieben: ce divin enfant. Beim Wiederdurchlesen glaubte er statt des Worts divin, adorable setzen zu müssen, deswegen strich er das erstere Wort aus, und sezte das zweite gerade drüber. Da er aber zugleich bemerkte, daß der Artikel ce nicht vor dem Wort adorable, welcher vor divin stand, stehen bleiben könne; so sezte er sehr geschikt zu dem Wörtchen ce noch ein t hinzu, so daß man nun also die Worte: cet adorable enfant laß.

Um sich zu überzeugen, ob der Nachtwandrer durchaus keinen Gebrauch von seinen Augen während [60]dieser Art von Arbeit mache, so hielt der Erzbischof ihm eine Pappe unter das Kinn, damit er nicht das Papier worauf der Geistliche schrieb, sehen könnte; aber er schrieb fort, ohne daß er merkte, was jener mit ihm vornahm. Um ferner zu wissen, wie der Nachtwandrer die Gegenwart der Objecte, die sich vor ihm befanden, erkenne, so nahm ihm jener das Papier weg, worauf er schrieb, und legte ihm verschiedene andre Papiere unter; aber in den Augenblick wurde es der junge Geistliche gewahr, weil sie von ungleicher Größe waren. Wenn man ihm aber ein Papier unterschob, welches dem seinigen vollkommen gleich war, so hielt er es auch für das Seinige, und schrieb die Verbesserungen auf die Seiten, die mit dem Seinigen überein kamen. Durch diesen Kunstgriff bekam man denn verschiedene seiner nächtlichen Schriften in die Hände.

Der Erzbischof von Bourdeaux, fährt der Encyclopedist fort, hat sie mir mitgetheilt. Das Erstaunenswürdigste davon sind seine ziemlich genau geschriebenen musicalischen Stücke. Er bediente sich dazu eines Stocks statt des Lineals, zog die fünf Linien in gehöriger Entfernung von einander, sezte den Schlüssel, die Vorzeichnungen und halben Töne an ihre rechte Stelle, und bezeichnete dann die Noten, die er anfangs nicht ausfüllte, wenn aber das musicalische Stück geendigt war, diejenigen ganz schwarz zeichnete, die es seyn mußten. Die Worte waren darunter geschrieben. Es be-[61]gegnete ihm einstmahls, daß die Worte zu groß geschrieben waren, und nicht grade unter ihre correspondirenden Noten zu stehen kamen. Er erkannte aber sogleich seinen Fehler, und wischte, indem er mit der Hand darüber fuhr, seine Arbeit wieder aus; aber weiter unten machte er eine neue musicalische Linie mit der größten Genauigkeit.

Eine nicht weniger bemerkenswerthe Sonderbarkeit ist diese. Er bildete sich nehmlich einstmahls des Nachts mitten im Winter ein, daß er am Ufer eines Flußes spazieren gienge, und ein badendes Kind in den Fluß hinabstürzen sehe. Die Strenge der Kälte hielt ihn nicht ab, dem Kinde zu Hülfe zu eilen; er warf sich augenblicklich über sein Bette, in der Lage eines Schwimmenden. Er machte alle Bewegungen eines solchen nach, und da er sich bei dieser Bewegung einige Zeit abgemattet hatte; so bemerkte er im Winkel seines Bettes eine zusammen gewickelte Decke, glaubte, daß diese das Kind sey, ergriff es mit der einen Hand, und bediente sich der andern, um durchs Schwimmen wieder ans Ufer des vermeintlichen Flußes zu kommen. Hier sezte er nun sein Paquet ab, und ging vor Kälte schaudernd, und mit den Zähnen klappernd weiter, grade als wenn er würklich aus einem gefrornen Fluße gestiegen wäre. Er sagte zu den Umstehenden: daß es friere, und daß er vor Kälte halb erstarret sey! Er foderte ein Glas vom Lebenswasser, um sich wieder zu erwärmen, weil aber keines vorhanden war, [62]so gab man ihm von dem gewöhnlichen Wasser, welches in der Kammer stand. Aber er merkte den Betrug sogleich, als er es gekostet hatte, und foderte nun mit noch mehrerer Lebhaftigkeit jenes Lebenswasser, indem er zeigte, daß er ohne dasselbe sterben müßte. Jezt brachte man ihm ein Glas Liqueur; er nahm es mit vielem Vergnügen, und sagte, indem er dran roch: daß er sich schon viel besser befinde! Inzwischen erwachte er nicht, legte sich wieder hin, und schlief ganz ruhig fort. Der junge Mann hat noch eine Menge andrer sehr sonderbarer Handlungen unternommen. Das Auffallendste und Merkwürdigste hiebei ist noch dies, daß wenn man seine Gedanken von unangenehmen und traurigen Bildern der Phantasie abziehen wollte, man nur seine Lippen mit einer Feder bestreichen dürfte, wo er denn augenblicklich auf ganz andre Sachen fiel.« —

Der Encyclopedist hat bei dieser Gelegenheit seine Gedanken über das Nachtwandeln zugleich mitgetheilt. Sie sind zum Theil interessant genug, um sie hierher zu setzen, obgleich durch seine Untersuchungen jenes Phänomen noch lange nicht ganz erklärt wird, das auch wirklich nicht erklärt werden kann, so lange man alles bloß aus der Einbildungskraft begreiflich zu machen sucht.

»Ob man gleich, sagt er, einen Nachtwandler durch dergleichen unwiderlegliche Facta, wie wir angeführt haben, kennen lernen kann; so ists doch [63]nicht leicht, die Ursache und den Mechanismus seines Uebels zu entdecken. Schon die Abstammung des Worts dieser Krankheit ist eine gefährliche Klippe für alle die Hypothesenmacher und Halbgelehrten, welche nichts glauben, was sie nicht erklären, und sich nicht vorstellen können, daß die Natur für ihren Kopf undurchdringliche Geheimnisse habe. Man kann sie fragen.

a) Wie es zugeht, daß ein Mensch im tiefen Schlaf hört, geht, schreibt, sieht, und mit einem Wort seine Sinne gebrauchen, und mit Genauigkeit verschiedene Bewegungen machen kann. Um die Auflösung dieses Problems zu erleichtern, wollen wir hinzusetzen, daß der Nachtwandler keine andern Objecte bemerkt, als deren er zu seinen Geschäften alsdenn nöthig hat, und die seiner Imagination gegenwärtig sind. Der Geistliche, von dem wir geredet haben, sahe, wenn er seine Predigten abfaßte, sein Papier sehr gut, seine Dinte, seine Feder, und wuste es, wenn sie schrieb, oder nicht schrieb. Er verwechselte nie das Dintenfaß mit der Streubüchse, und ließ sichs übrigens nicht einfallen, daß jemand in seiner Kammer sey; er sah und hörte keinen Menschen, wenigstens redete er sie nicht an. Bisweilen foderte er von denen, die er neben sich anzutreffen meinte, überzuckerten Anies, und fand ihn sehr gut, wenn man ihm davon gab; wenn man ihm aber dergleichen zu einer andern Zeit in den Mund steckt, ohne daß seine Einbildungs-[64]kraft grade so hoch gespannt war; so fand er keinen Geschmack daran, und warf ihn weg.

b) Wie kann man Sensationen ohne Hülfe der Sinne bekommen; wie z.B. sehen, ohne die Augen zu gebrauchen? — Unser Nachtwandler schien offenbar die Objecte zu sehen, die sich auf seine Vorstellungen bezogen, indem er nehmlich musicalische Noten schrieb. Er kannte diejenigen genau, welche schwarz oder unausgefüllt seyn mußten, und ohne sich zu irren, machte er einige schwarz, die andern ließ er, wie sie waren, stehen; und wenn er oben wieder zu schreiben anfangen mußte, und die untersten Linien noch nicht trocken waren; so hielt er die eine Hand darüber, um die Noten nicht auszulöschen, wenn sie aber trocken waren, so unterließ er diese unnöthige Vorsicht. Es ist zwar wahr, daß, wenn man ihm ein ähnliches Papier unterschob, er es für das Seinige hielt; aber um von der Aehnlichkeit desselben urtheilen zu können, so brauchte er nicht mit der ganzen Hand darüber zu fahren; vielleicht sahe er nichts, als das Papier ohne die Character zu unterscheiden. Man hat Ursach zu vermuthen, daß die andern Sinne, deren er sich bediente, nicht mehr disponirt waren, als seine Augen. Man hätte sich davon überzeugen können, wenn man ihn an den Ohren gezupft, ihn gekniffen, oder ihm Tabac gegeben hätte.

c) Wie ging es zu, daß er sich im Schlaf an das erinnerte, was ihm in Wachen begegnet war, [65]daß er auch das wuste, was er in andern Träumen vorgenommen hatte, und daß er hingegen beim Aufwachen nicht das mindeste davon wuste. Er bezeugte bisweilen während des Schlafs seine Verwunderung darüber, daß man ihn des Nachtwandelns beschuldige, daß er während der Nacht arbeite, schreibe, rede. Er konnte nicht begreifen, wie man ihm dergleichen Vorwürfe machen könne, da er doch so fest schliefe, und so schwer aufgeweckt werden könnte. Dieses doppelte Gedächtniß ist ein seltsames Phänomen.

d) Wie ist es möglich, daß ohne Einwirkung äußerer Gegenstände man eben so empfindet, als ob man wirkliche Impressionen von aussen bekommen hätte, und unser Nachtwandler empfand ohne aus dem Bette gestiegen zu seyn, alle Symptome, die das gefrierende Wasser hervorbringt, gerade als wenn er wirklich einige Zeit in solchem Wasser gelegen hätte. Wir könnten noch die Auflösung vieler andern Phänomene an den Nachtwandlern fodern, aber man würde uns doch darüber keine Auskunft mehr geben können. Man gestehe nur gerade zu, daß es sehr viele Dinge giebt, wovon wir die Ursachen nicht wissen, und die man auch ganz vergebens aufsuchen würde. Die Natur hat ihre Geheimnisse. Man nehme sich ja in Acht, hinein dringen zu wollen, vorzüglich, wenn kein Nutzen daraus entspringt.« —

[66]

Ich gehe noch weiter. Man wird nicht nur jene erzählten Phänomene nicht auflösen können, sondern sie machen selbst die, welche man begriffen zu haben glaubt, unerklärbar, und die Untersuchungen, die man entschieden zu haben glaubt, dunkel und zweifelhaft. Z.B.

a) Man glaubt gemeiniglich, daß der Schlaf in einer gänzlichen Erschlaffung besteht, welcher den Gebrauch der Sinne und aller willkürlichen Bewegungen aufhebt; — aber bedient sich denn der Nachtwandler nicht einige seiner Sinne; bewegt er nicht verschiedene Theile seines Körpers mit Absicht und Kenntniß der Ursach? und demohnerachtet ist der Schlaf sehr tief. b) Wenn er sich nicht seiner Sinne bedient, um Empfindungen zu bekommen, wie dies bisweilen unläugbar geschieht; so kann man mit Grunde schließen, daß selbst körperliche Objecte sich dem Verstande ohne Sinne vergegenwärtigen und darstellen können. Eine offenbare Ausnahme des berühmten Grundsatzes: nihil est in intellectu, quod prius non fuerit in sensu. c Man muß diese Erscheinungen nicht mit denen eines Träumenden verwechseln. Ein Träumender eben so wie ein Wahnwitziger sehen Gegenstände als gegenwärtig, die es nicht sind. — Dies ist ein Fehler des Bewußtseyns, und bisweilen des Verstandes; — aber bei dem Nachtwandler sind die Objecte der Imaginationen gegenwärtig, als wenn sie durch die Sinne hinein gekommen wären. [67]Es sind die nehmlichen, als der Nachtwandler sehen würde, wenn ihm die Augen geöfnet würden. Sie existiren vor ihm grade so, wie er sie sich denkt, das Bewustseyn, das er durch die Zwischenzeit der Sinne erhielt, würde nicht verschieden davon seyn. c) Die größten Beweise, welche der Philosoph über die Existenz der Körper geben kann, gründen sich auf die Eindrücke, die jene in uns hervorbringen. Diese Beweise verliehren nothwendig viel von ihrer Stärke, wenn wir die nehmlichen Wirkungen, ohne daß die Körper wirklich auf uns influiren, empfinden. Dies ist gerade der Fall beim Nachtwandler, welcher friert und schaudert, ohne daß er sich im gefrornen Wasser befunden hat, was er sich nur lebhaft einbildete. (Würde er sich aber dies haben einbilden können, ohne vorher jemals eine Empfindung an Eiß und Kälte gehabt zu haben? Wie unphilosophisch ist also nicht das Raisonnement des Encyclopedisten, daß die Beweise von der Existenz der Körper ihre meiste Stärke dadurch verlohren, daß wir uns Wirkungen ohne ihre Ursachen vorstellen könnten. Beim Nachtwandler thut die Seele ja nichts, als daß sie ehemalige wirkliche Empfindungen, von wirklichen Körpern entweder repetirt, oder auch im Traum, wie oben gezeigt worden, wenigstens dunkle Empfindungen von aussen her bekommt.) Daraus erhellet, daß bloße idealische Impressionen bisweilen eben solche Wirkungen auf den Körper als wirkliche äußern, [68]und daß man kein sicheres Kennzeichen hat, diese von jenen zu unterscheiden. d) Die Entdeckung neuer Phänomene verdunkelt oder zernichtet sehr oft unsre Kenntnisse, wirft unsre Systeme um, und hüllt das in Zweifel ein, was uns noch so ausgemacht schien. — Das Sprüchelchen des Socrates, daß wir nur das gewiß wissen, daß wir nichts wissen, führt der Encyclopädist zur Bestätigung seiner zum Theil wenig scharfsinnigen Gedanken an.

Uebrigens leitet er, physiologisch betrachtet, das Nachtwandeln von einer großen Lebhaftigkeit der Imagination, oder einer ungewöhnlichen Spannung der Gehirnfiebern, und davon außerordentlicher Empfindlichkeit ab, und sezt die Bemerkung hinzu, daß diejenigen, welche viel, sonderlich des Nachts studiren, oder den Kopf durch andre Geschäfte erhitzen, vorzüglich dem Nachtwandeln unterworfen sind.

»Die Gesundheit der Nachtwandler, fährt er fort, scheint eigentlich keine Veränderungen zu leiden. Ihre Handlungen folgen mit der Leichtigkeit eines Gesunden auf einander, und ihr Zustand verdiente kaum den Namen einer Krankheit, wenn man nicht befürchten müßte, daß er sich verschlimmern könne, daß die Spannung der Nerven des Gehirns nicht zunehme, und hinterher in eine Erschlaffung ausarte. Die Manie, oder der Wahnsinn scheint an das Nachtwandeln zu gränzen, vielleicht [69]ist sie die erste Stufe desselben, und ist von ihm wesentlich nicht unterschieden.«

»Es scheint also sehr nothwendig zu seyn, diese Krankheit zu heilen, ehe sie tiefer einwurzelt, stärker und hartnäckiger wird. Aber die Heilmittel sind noch nicht bekannt, und scheinen nicht leicht aufgefunden werden zu können. Vorzüglich kommt es wohl hier auf die Behandlung dieser Leute an. Man muß ihnen Zerstreuungen verschaffen, sie reisen lassen, sie von zu ernsthaften Geschäften abziehen, und andre ihnen angenehme darbiethen, ohne daß sie sie zu sehr anziehen. Hiemit könnte man kalte Bäder verbinden, welches vortrefliche, aber bisher wenig gebrauchte Mittel sind, um das in Unordnung gebrachte Nervensystem wieder zu beruhigen. Was diejenigen Nachtwandler betrift, die aus ihren Betten aufstehen, hin- und her laufen, und daher oft in Gefahr in Abgrund und aus den Fenstern zu stürzen kommen, wie es einem Nachtwandler gieng, der den Cartesius, Aristoteles, und andere Philosophen bei sich zu haben meinte, und als sie sich durchs Fenster wegbegaben, sie begleiten wollte, wenn man ihn nicht zurückgehalten hätte; so muß man sie an ihre Betten anbinden, die Thüren fest zuschließen, die Fenster verriegeln, und wenn sie aufstehen, mit Peitschenhieben aufwecken. Dies Mittel hat bei vielen gefruchtet. Ein gewisser Nachtwandler wurde auch durch ein andres Mittel geheilt, das ich aber nicht vorschlagen möchte. [70]Er stürzte sich aus einem hohen Fenster, brach den Arm, und seit der Zeit wurde er nicht mehr von seiner Krankheit befallen.«


Der seltsamste Nachtwandler, den man noch gefunden hat, ist ein gewisser Johann Baptist Negretti von Vicenza, bei dem Marquis Ludewig Sale ehemals in Diensten. Er war ein schwarzbrauner Mensch; hatte einen sehr trockenen Körper, war hitzig, zornig und betrank sich gern. Er war seit dem eilften Jahre mondsüchtig gewesen; doch kamen die Anfälle nur im März, und dauerten höchstens bis in die Hälfte des Aprils. Die Herren Reghelim und Pigatti machten sich ein Vergnügen, seinen Zustand genau zu beobachten. Der leztere hat im Jahre 1745 einen Bericht davon aufgesezt, d dessen vornehmste Umstände im Monat Julius des Journal encyclopedique vom Jahre 1762 zu finden sind. e Wenn sich Negretti des Nachts im Vorzimmer auf einen Stuhl gesetzt hatte, schlief er ein, und brachte eine Viertelstunde ruhig schlafend zu. Er richtete sich sodann sitzend in die Höhe, und blieb in dieser Stellung unbeweglich, nicht anders, als ob er nach etwas sähe. Endlich stand er auf, ging im Zimmer herum, zog eine Schnupftabacksdose aus der Tasche, und wollte eine Prise nehmen. Da er aber nicht viel darinn fand, stellte er sich erboßt an, gieng zu einem Stuhle, auf welchem ein [71]Cavalier insgemein zu sitzen pflegte, nannte diesen beim Namen, und verlangte eine Prise Taback von ihm. Man reichte ihm eine offene Dose; er nahm Taback. Hernach trat er in die Stellung eines Menschen, der auf etwas höret; sobald er einen Befehl empfangen zu haben glaubte, lief er mit einem Wachsstocke nach einem Orte, wo insgemein ein brennendes Licht stand. Er glaubte seinen Wachsstock anzuzünden, trug ihn, wie sichs gehört, ging damit durch den Saal, die Treppe hinunter, wobei er sich bisweilen umkehrte und stehen blieb, gleich als ob er jemanden die Treppe hinunter leuchtete. Er kam an die Thüre des Hauses, blieb seitwärts stehen, ließ die Personen hinaus, die er in seiner Einbildung hinunter geführt hatte, und beugte sich, so wie er glaubte, daß sie vor ihm vorbei giengen; hernach löschte er seinen Wachsstock aus, stieg geschwind die Treppe hinan, und setzte ihn wieder an seinen Ort. Er spielte an einem Abende diese Comödie dreimal. Er verließ ferner den Vorsaal, gieng in den Speisesaal, suchte in seiner Tasche den Schlüssel zum Gläserschranke, und rief da er ihn nicht fand, den Bedienten beim Namen, der ihm alle Abende denselben übergeben sollte. Man brachte ihm den Schlüssel, er öffnete damit den Schrank, setzte vier Flaschen auf einen silbernen Teller, und ging in die Küche um sie vermuthlich mit Wasser zu füllen, brachte sie aber leer wieder zurück. Im Hinaufsteigen der Treppe setzte [72]er alles, was er in den Händen hatte, auf einen Schemmel, der mitten auf der Treppe stand, stieg vollends hinauf, und klopfte an die Thüre; da man ihm nun nicht aufmachte, stieg er die Treppe wieder hinunter, suchte den Cammerlaquai, that einige Fragen an ihn, rannte geschwind die Treppe wieder hinan, stieß mit dem Ellbogen an den hingesetzten Teller, und schlug die darauf stehenden Flaschen entzwei, wie es nicht anders seyn konnte. Er klopfte nochmals an die Thüre, und da sie noch nicht aufgemacht wurde, stieg er abermals hinab, nahm im Vorbeigehen den Teller mit, und setzte ihn hernach, da er wieder in den Speisesaal kam, auf einen Tisch. Von da gieng er in die Küche, nahm einen Wassereimer, lief damit an die Plumpe, ließ ihn vollaufen, und trug ihn wieder in die Küche. Er kam sodann wieder zum Teller, und da er keine Flaschen darauf fand, entrüstete er sich, und sagte: daß sie da seyn müßten, weil er sie darauf gesetzt habe; er fragte die andern Bedienten, ob sie dieselben etwan weggenommen hätten? Nach langem Suchen gieng er wieder an den Gläserschrank, nahm zwo andre Flaschen, spühlte sie aus, goß Wasser hinein, und setzte sie auf den Teller. Er trug hierauf alles zusammen in das Vorzimmer, bis an die Thüre des Saals, wo der Kammerlaquai sie von seinen Händen zu empfangen pflegte. Man nahm ihm demnach den Teller mit den Flaschen ab, und gab sie ihm nach einiger Zeit wieder; er trug sie [73]wieder in den Gläserschrank, und setzte sie an ihren Ort. Hierauf gieng er in die Küche, wischte einige Schüsseln mit einer Serviete ab, hielt sie ans Feuer, als ob er sie troknen wollte, und wischte auch die andern Schüsseln ab. Als dieses geschehen war, kam er wieder an den Gläserschrank, legte das Tischtuch und die Servieten in einen kleinen Korb, und ging damit zu einer Tafel, auf welcher insgemein ein angezündetes Licht stand. Er that, als wenn er mit diesem Lichte, ein Messer und eine Gabel suchte, trug den Korb wieder zurück und schloß den Gläserschrank zu. Nachdem er alles, was er aus diesem Schranke genommen, ins Vorzimmer getragen, und auf einen Stuhl gesetzt hatte, nahm er einen runden Tisch, an welchem die Frau vom Hause zu speisen pflegte, und deckte ihn sehr ordentlich. Es stand daneben noch ein anderer Tisch von eben der Gestalt; an welchen er bisweilen aus Versehen kam; aber er fand sich allemal wieder zu den, den er decken wollte. Als er damit fertig war, ging er hin und her, schnautzte sich die Nase, zog die Tabacksdose wieder heraus, steckte die Finger hinein, ohne etwas zu nehmen, gleich als ob er sich nach zwo guten Stunden erinnerte, daß er nichts darinn gefunden habe; indeß war noch so viel darinn, daß er ihn auf die Hand schütten konnte. Hiermit endigte sich die erste Scene, indem man ihm ein Glas Wasser ins Gesicht goß, und ihn aufweckte.

[74]

Den folgenden Tag hatte der Marquis Abends Gesellschaft bei sich, welches nicht oft geschahe. Man foderte einen Stuhl nach dem andern, so wie ein Gast nach dem andern kam. Negretti schlief unterdessen ein; nach einem kurzen Schlafe stand er auf, schneuzte sich, nahm Taback, und lief geschwind in ein andres Zimmer, um Stühle zu holen. Das Merkwürdigste ist, daß, da er einen Stuhl mit beiden Händen trug, und damit an eine Thüre kam, welche nicht offen war, er nicht anklopfte, sondern mit einer Hand die Thüre öfnete, den Stuhl mit beiden Händen hindurch trug, und ihn grade auf die Stelle setzte; wo er stehen sollte. Er gieng hierauf an den Schenktisch, suchte den Schlüssel, und ward verdrüßlich, da er ihn nicht fand. Er nahm ein Licht, und sahe sich in allen Winkeln um, besonders auf den Stufen der Treppe; er that dabei sehr eilfertig, und tappte mit den Händen, als ob er den verlohrnen Schlüssel suchte. Der Cammerdiener steckte ihn demselben heimlich in die Tasche. Nach langem Suchen steckte endlich Negretti die Hand in die Tasche, fand den Schlüssel, und ärgerte sich, daß er so lange gesucht hatte. Er öfnete den Schenktisch, nahm eine Serviete, eine Schüssel und ein paar Semmeln heraus; er schloß den Schrank wieder zu, und gieng in die Küche. Hier machte er einen Salat zurechte, nahm alles dazu gehörige aus dem Küchenschranke, und setzte sich, als er fertig war, an [75]einen Tisch, um zu essen. Man nahm ihm die Schüssel weg, und setzte ihm ein Kohlgerüchte vor, daß er statt des Salats aß; während dem Essen nahm man ihm auch den Kohl weg, und setzte ihm einen Kuchen vor, den er eben so verzehrte, ohne daß er einen Unterschied in dem, was er aß, zu bemerken schien; woraus man sehen kann, daß die Werkzeuge des Geschmacks nicht mitwirkten, sondern bloß die Seele ohne Zuthun des Körpers geschäftig war. Ueber dem Essen horchte er bisweilen, weil es ihm vorkam, als ob er gerufen würde. Er glaubte einmal wirklich, daß er wäre gerufen worden; er stieg geschwind die Treppe hinab, um sich in den Saal zu begeben, und da er sahe, daß man ihm nichts zu sagen hatte, gieng er in die Antichambre, und fragte die Bedienten: ob er nicht wäre gerufen worden? worauf er sich ziemlich verdrüßlich wieder an seinen Tisch in die Küche setzte. Nachdem er gegessen hatte, sagte er, daß er gerne ins Wirthshaus gehen möchte, um einmal zu trinken, wenn er nur Geld hätte, er suchte in allen Schubsäcken, und fand nichts. Endlich gieng er doch, und sagte: er wolle Morgen bezahlen, man werde ihm schon so lange Credit geben. Er eilte die Treppe hinunter, und lief ins Wirthshaus, das zwei Büchsenschüsse weit vom Schlosse war. Er klopfte an die Thüre, ohne erst zu untersuchen ob sie verschlossen sey, gleich als ob er es wußte, daß sie um diese Zeit nicht offen seyn würde. [76]Man machte ihm auf; er ging hinein, rief den Wirth und foderte ein halbes Nößel f Wein. Man gab ihm anstatt des Weins ein halbes Nößel Wasser, er trank es für Wein, und sagte, da er es ausgetrunken hatte: daß man ihm wohl bis morgen borgen würde. Hierauf ging er wieder aus dem Wirthshause nach dem Schlosse zurük. Er kam in die Antichambre, und fragte die Bedienten: ob ihn der Herr gerufen habe? Er stellte sich ganz aufgeräumt an, und sagte, daß er einmal im Gasthofe getrunken habe, und ihm jezt besser um den Magen sey! Man öfnete ihm die Augen mit den Fingern, und er erwachte. —

Nun kommt noch die dritte Scene. An einem Feiertage zu Nacht fiel ihm ein, daß der Hofmeister der Kinder im Hause zu ihm gesagt habe: daß er ihm, wenn er diese Nacht mondsüchtig wäre, eine Suppe machen, sie ihm bringen, und ein Trinkgeld dafür erhalten sollte. Er stand daher des Nachts im Schlafe auf, und sagte ganz laut: daß er den Hofmeister anführen wolle. Er gieng in die Küche hinunter, um zu essen, begab sich sodann in das Zimmer des Hofmeisters, und bat ihn, sein Wort zu halten. Der Hofmeister gab ihm etliche Groschen, Negretti nahm sodann den Cammerdiener beim Arme, führte ihn in den Gasthof, erzählte ihm beim Trinken, wie er den Hofmeister auf eine feine Art angeführt, und Geld von ihm heraus gelockt habe. Er lachte von ganzem Her-[77]zen, trank einigemahl des Hofmeisters Gesundheit, und kehrte vergnügt nach dem Schlosse zurück.

Eines mahles, als sich Negretti in diesem Zustande befand, schlug ihn einer mit dem Stocke auf die Beine. Negretti, welcher glaubte, daß ihm ein Hund an die Beine liefe, fing an zu schmälen; da man aber mit dem Stocke fortfuhr, suchte er eine Karbatsche, und hieb auf den vermeinten Hund los, um ihn fort zu jagen. Endlich wurde er es überdrüßig, und fieng an auf den Hund gewaltig zu fluchen, da er ihn mit Schlägen nicht los werden konnte. Er zog endlich ein Stück Brodt aus der Tasche, lokte damit den Hund, und hielt die Karbatsche hinter dem Rücken verborgen. Man warf ihm einen Muff entgegen, den er für den Hund annahm, und seine Wuth an ihm ausließ.

Herr Pigatti beobachtete diesen Negretti sehr oft, und merkte an, daß er alle Nächte etwas anderes vornahm. Er bemerkte auch, daß derselbe, so lange er sich in diesem Zustande befand, den Gebrauch des Gesichts, des Gehörs, des Geruchs und Geschmacks nicht hatte. Wir haben gesehen, daß man ihm verschiedene Gerichte vorsetzen konnte, ohne daß er etwas von der Veränderung des Geschmacks gewahr wurde; Er hörte das stärkste Geräusch und Lärmen nicht; sahe es nicht, als man ihm ein Licht so nahe vor die Augen hielt, daß die Augenbraunen davon versengt wurden; er fühlte es nicht, als man ihm mit einer Feder in der Nase [78]kitzelte; mit einem Worte, nichts machte einen Eindruck auf ihn. Das Gefühl hatte er zwar bisweilen sehr fein; aber öfters fühlte er auch wieder gar nichts.

Ich finde in dem allgemeinen Magazin der Natur, Theil 10. Leipzig 1759 diesen sonderbaren Menschen auch angeführt, aber die Erzählung ist daselbst sehr kurz ausgefallen, und man hat sie nur daselbst angeführt, um die außerordentlichen Wirkungen des Electrisirens auch bei dergleichen Uebeln zu zeigen. g Man hatte bei dem Nachtwandler Negretti mancherlei Arten von Gegenmitteln gebraucht; aber alles vergebens und vielmehr zum Nachtheile. Darauf kam sein Herr auf den Gedanken, daß es helfen müßte, wenn man ihn electrisirte, und that es stufenweise bis zu der größern Erschütterung mit der Flasche. Da man dies mehrmals zu der Stunde, da ihn der Schlaf überfallen sollte, gethan hatte; so schlief er schon seit dem ersten Abend geruhig, ohne das geringste von den wunderlichen Dingen, die er sonst zu thun pflegte, vorzunehmen, auch nicht länger als eine halbe Stunde und erwachte von selbst. Nach Verlauf von acht Tagen aber schlief er nicht mehr zur Unzeit ein, und schlief nachher die Nacht über ruhig. Das Electrisiren konnte den Negretti auf eine zweifache Art geheilt haben, — durch eine Stärkung seiner Nerven, oder dadurch, daß er sich der im Nachtwandeln erhaltenen electrischen Schläge im Traume wieder erinnerte, [79]und aus Furcht, sie nicht wieder zu bekommen, nach und nach ruhig zu werden anfieng.

Mehrere Erzählungen von Nachtwandlern, die uns die Ärzte aufgezeichnet haben, halte ich für höchst unwahrscheinlich, zumal wenn sie wieder die Natur unsrer Seele streiten, und man hätte nicht so leichtgläubig seyn sollen, solche Facta wirklich für wahr zu halten. Selbst die Erzählung des Alemannus, daß ein Nachtwandler mit dem Degen an der Seite im Schlafe über die Seine geschwommen, und denjenigen ums Leben gebracht habe, den er zu ermorden sich wachend vorgenommen gehabt, und daß er durch den Strom nach vollbrachter abscheulicher That wieder nach Hause zurükgekehrt sey, kommt mir verdächtig vor. Am allermeisten aber was man von der Gabe mehrerer Nachtwandler erzählt hat, daß sie im Schlaf Sprachen verstanden und gesprochen hätten, die ihnen sonst ganz unbekannt waren. Dies klingt alles zu fabelhaft, als daß ein vernünftiger Mensch dergleichen glauben könnte; daß aber dergleichen Menschen während ihres Paroxismus vielleicht durch eine außerordentliche Anstrengung der Natur, Ideen schaffen können, zu denen sie jezt in wachendem Zustande keine Fähigkeit mehr haben, die sie aber sonst schon einmal gedacht, erfunden hatten, ist wohl nicht zu läugnen. Gelehrte Nachtwandler können auch wohl gelehrt träumen, aber ein unwissender Mensch [80]wird gewiß auch im Traum keine hellen und großen Ideen hervorbringen, was man auch hiervon für Histörchen erzählen mag.

Zum Beschluß der hier angeführten Sammlung merkwürdiger Nachtwandler muß ich noch ein Beispiel aus den Memoires de l' Academie Royale des Sciences zu Paris vom Jahr 1742 S. 409 ff. anführen, h welches Sauvages de la Croix im Jahre 1737 von einer zwanzigjährigen Magd erzählt, und die Ueberschrift hat: observation concernant une fille cataleptique & somnambule en même temps. Diese Weibsperson, sagt S. de la Croix war von sehr empfindlicher Natur. Sobald ihr ein Verdruß gemacht wurde, gerieth sie in cataleptische Zufälle, und fiel in eine fühllose Erstarrung, wodurch sie genöthigt wurde sich ins Spital zu begeben.

Diese Anfälle hat sie öfters bekommen; sie sind aber nicht von einerlei Dauer gewesen, indem sie bald in einer halben Viertelstunde vorüber gewesen, bald auch wohl drei bis vier Stunden angehalten. Wenn sie damit befallen gewesen, ist ihr Puls sehr schwach und langsam gewesen, daß er kaum funfzigmal innerhalb einer Minute geschlagen. Ihr Geblüt ist so dick und zähe gewesen, daß wenn man ihr die Ader geöfnet, es nur Tropfenweise aus der Ader gekommen. So haben auch die stärksten Purganzen bei ihr nur sehr langsam und schlecht, oder gar nicht gewirket.

[81]

Wenn ihre Zufälle heran genahet, hat sie solches daran vorher gemerkt, daß ihr die Stirne warm und der Kopf schwer geworden. Dann ist sie mit eins davon befallen worden, wo sie sich befunden, im Bette, auf der Treppe, oder wo sie sonst gewesen. Im Bette hat man es daran bemerkt, daß sie nicht mehr geantwortet, und sich kein Athemholen merken ließ, der Puls aber langsamer und schwächer geworden. Sie blieb in der Stellung des Leibes, darinn sie befallen worden. Hätte sie gestanden, so blieb sie starr stehen. Hatte sie im Treppensteigen einen Fuß gehoben, nach der folgenden Stufe; so erstarrete sie auch so auf einem Fuße stehend. Wenn jemand während der Zeit ihr einen Arm erhob, oder den Hals und Kopf drehete, sie aufrichtete u.s.w. so blieb sie in der Stellung, wenn der Körper nur dabei im Gleichgewichte war. Stand sie, und man stieß sie fort; so ging sie nicht, wie D. Fernel einmal gesehen, sondern rückte so fort, als wenn man eine stehende Säule fortschiebet.

Man merkte an ihr sonst keine Bewegung, als das Schlagen des Herzens und der Ader. Sie gab kein Zeichen der Empfindung von sich, man mochte sie anschreien, stechen, ein brennendes Licht vor ihre Augen halten, oder sie unter den Fußsolen kratzen, bürsten u.s.w. Endlich verließ sie ihr Zufall wieder ohne gebrauchte Hülfsmittel: denn was man auch für Mittel brauchte; so verkürzten [82]dieselben doch dessen gewöhnliche Dauer nicht. Das Gähnen und Ausstrecken der Aerme, waren Anzeigen ihrer beginnenden Erwachung, und sie hatte keinen Begriff von allem, was ihr unterdessen widerfahren war; außer daß sie vom Stechen, und den gewöhnlichen Stellungen einige Schmerzen und Müdigkeit empfand.

So waren ihre ersten Zufälle beschaffen, da im Jahre 1737 im April und May sich ein anderer Zufall dazu gesellete, und mehr als funfzigmal ihr begegnete. Im Anfange und Ende derselben hatte sie die vorige Unbeweglichkeit und Unempfindlichkeit; aber die Zwischenzeit, welche zuweilen vom Morgen bis an den Abend währte, konnte eine Belebung heißen, wenn jene einer Ersterbung ähnlich schien. Herr Lazerme und viele andere sind glaubwürdige Zeugen von dem, was ich erzählen werde, und welches ich selbst würde für Verstellungen gehalten haben, wenn mich nicht unzählige Proben versichert hätten, daß dabei keine Verstellung statt haben konnte.

Den 5ten April gedachten Jahres besuchte ich das Hospital des Morgens um 10 Uhr, und fand sie krank im Bette, von Mattigkeit und Kopfschmerzen. Sie erstarrete darauf, wie sonst; aber nach fünf oder sechs Minuten fing sie an zu gähnen, richtete sich im Bette auf zum Sitzen, und fing folgendes Schauspiel an, welches sie schon mehrmal getrieben hatte. Sie redete mit einer Leb-[83]haftigkeit und Munterkeit des Geistes, die sie außer diesem Zufalle nicht hatte, da sie sehr niedergeschlagen und furchtsam war. Was sie redete, das hing mit dem zusammen, oder war eine Folge von dem, was sie im vorigen Zufalle geredet hatte, oder wiederholte von Wort zu Wort eine Catechismus Lehre, die sie des Abends vorher angehört hatte. Bald redete sie eine bald mehrere ihrer Bekannten aus dem Hause an; und deutete unter verdeckten Namen die Sittenlehren zuweilen schalkhaft auf sie, mit offenen Augen und dergleichen Gebehrden u.s.w. als sie den vorigen Abend gemacht hatte.

Doch wachte sie dabei nicht; sondern war noch im Schlafe, davon ich mich folgender Gestalt versicherte. Weil sie die Augen offen hatte, schlug ich mit der Hand ihr etlichemal plötzlich und nahe an die Augen; aber sie that weder die Augenlieder zu, noch machte sie die geringste Ausbeugung, noch ließ sie sich dadurch in ihrer Rede in mindesten stöhren. Ich stieß mit einem Finger schnell und so nahe gegen ihre Augen, als es seyn konnte, ohne sie zu berühren; ich hielt unversehens und jählings einen brennenden Wachsstock ihr so nahe vor die Augen, daß beinahe die Härchen der Augenlieder angezündet wären, ohne daß sie dieselben nur ein einzigmal in etwas sollte bewegt oder zugethan haben.

Eine andere Person mußte sich ihr hinter dem Rücken nahen, und ihr mit eins gewaltig ins Ohr schreien, auch einen Stein stark an das Bettgestelle [84]hinter dem Hauptküssen werfen, darüber sie bei wachendem Zustande würde erschrocken seyn und gezittert haben. Aber jezt merkte sie nichts von allen weil sie nicht das geringste Zeichen gab, daß sie etwas davon vernommen hatte. Ich goß ihr in die Augen und in den Mund Franzbrantewein, und den Geist von Salmiack; in ihre Nase blies ich starken Spaniol; ich stach sie mit Stecknadeln; drehete ihr die Finger u.s.w. welches sie alles, als eine unbelebte Maschine oder Marionettenpuppe litte. Endlich berührte ich auch ihren Augapfel mit der Fahne einer Feder, und gar mit der Spitze des Fingers, ohne die geringste Anzeige einer Empfindung dadurch zu erhalten.

Da sie noch munterer und heftiger zu reden begann, sagten die, welche sie vorhin beobachtet hatten, nun würde sie bald singen und springen. Und in der That sang sie bald darauf, lachte überlaut, bemühete sich aus dem Bette zu kommen, sprang endlich heraus, und machte ein Freudengeschrei. Ich fürchtete, sie würde sich an die Bettstellen in dem Raume stoßen; allein sie hielt die Zwischengänge so gut, als ob sie wachte, vermied den Anstoß an Stühle und Bettstädte u.s.w. wandte geschikt um nach den andern Gängen zwischen den Bettstellen, und verschlagenen Kämmerlein, ohn alles Tappen oder Betasten der Oerter. Nachdem sie herum war, kehrte sie wieder zu ihrem Bette, legte sich, deckte sich zu, und erstarrete dann wieder, [85]wie zu Anfange. Als diese Zufälle kaum eine Viertelstunde gedauert hatten, kam sie wieder zu sich, als aus einem tiefen Schlafe erwachend, und erkannte an dem Aussehen der Umstehenden, daß sie wieder müßte ihre Zufälle gehabt haben, die man ihr vorhin erzählet hatte; ward darüber so beschämt, daß sie den Rest des Tages geweinet; wuste aber von dem allen nichts, was indessen ihr geschehen war. Zu Ende des Maies verlohren sich diese Zufälle, ohne daß man solches den gebrauchten Mitteln zuschreiben konnte. Die Ader war ihr einmal am Arme, mehrmal am Fuße und siebenmal am Halse geöfnet worden. Sie hatte fünf bis sechs Abführungen aus dem Unterleibe gehabt; Man hatte ihr Opiata für den Magen gereicht, mit China, Zinnober u.s.w. Bei gelinderm Wetter hatte sie wohl zwanzigmal, mehr in kaltem als laulichtem Wasser, gebadet, und endlich viele aus Eisen bereitete Mittel gebraucht. Ich glaubte, daß sie gesund geworden, weil ich sie nicht wieder gesehen, bis den 10ten Hornung 1745, da hörte ich, daß sie alle Winter wieder solchen Schlafwanderungen unterworfen gewesen, doch ohne allemal mit verknüpften Erstarrungen und Unbeweglichkeit, noch gänzlicher Fühllosigkeit in ihren Bewegungen befallen zu werden. So war sie einmal auf einer Brücke von ihrer Noth befallen worden, und man hörte sie reden mit ihrem Bilde, das sie im Wasser erblicket hatte. Ein andermal hatte sie in den lezten [86]Weihnachten eine Person gemerkt zu ihrer Seite, doch ohne sie recht zu kennen, dessen sie sich erinnert, und diese Veränderung dem Gebrauch des Eisens zuschreibet. Wie kann doch eine so plötzliche Aufhebung und Wiederherstellung des Gebrauchs der Sinne statt haben? Wie kann man meinen, mit der willkührlichen Einbildung diese Lebhaftigkeit der Gedanken, und diese Hurtigkeit alle freiwillige Bewegungen hervorzubringen? muß nicht der Zustand der Erstarrenden innerlich wenig unterschieden seyn, von dem Zustande der Schlafwandrer? Die kalten Bäder, welche dabei so sehr gerühmt werden, thaten dawider eben so wenig, als bei jenem Nachtwandrer, dessen Adr. Alemannus gedenket, der in solchem Zufalle durch die Seine schwamm.

Uebrigens ist sie jezt schon gewohnt dieser Starr- und Schlafsucht, redet davon ohne Scheu und Scham, indem sie es nicht mehr für ein so großes und gefährliches Uebel hält, als vormals. Sie ist auch nicht mehr so blaß, als sonst, empfindet aber doch vor dessen Antritt noch die Hitze und Schwere des Hauptes, und zu Ende des Anstoßes ein Herzwehe, welches sie aufweckt. Auch bei andern Starrsüchtigen habe ich Abwechselungen mit Wahnwitz u.s.w. wahrgenommen: wie im Jahre 1724 ein alter Mann einen Tag die Starrsucht, den andern den Wahnwitz, oder die Störung des Kopfes, den dritten ein viertägiges Fieber, und den vierten wieder die Starrsucht hatte, u.s.f.

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Mit diesem sonderbaren Beispiel vergleiche man zulezt folgendes, welches im 63ten Stück 3ten Theils des Arztes vorkommt. i


Der Ritter Hans Sloane curirte ein Frauenzimmer an den Blattern. j Am Ende der Cur bekam sie convulsivische Zufälle, die ihre Glieder heftig verdreheten. Man wollte sie, nach vielen andern vergeblichen Versuchen mit dem kalten Bade von diesem Elende befreien, und diese leidige Cur stürzte sie in das große Elend, das ich izt beschreiben will. Bald nach dem Gebrauche des kalten Bades verlohr dieses Frauenzimmer erst das Gesicht, dann auch das Gehör, und die Sprache. Ihr Schlund ward dergestalt zusammengezogen, daß sie weder flüßige noch feste Speisen verschlingen konnte. In diesem Zustande blieb diese Person fast dreiviertel Jahr, und ernährte sich während der Zeit auf keine andere Weise, als daß sie Speisen kauete, und lange im Munde herumwarf, endlich aber wieder von sich geben mußte. Mit den Feuchtigkeiten gurgelte sie sich bloß eine Zeitlang, und gab sie alsdann auf eben dieselbe Weise wieder zurük, ohne daß sie das geringste hinunter geschluckt hätte. Bei ihrer Blindheit und Taubheit wurde ihr Gefühl und ihr Geruch so zärtlich, daß sie die verschiedenen Farben von seidenen Zeugen und Blumen unterscheiden konnte, und es empfand, wenn ein [88]Fremder ins Zimmer kam. Weil sie zugleich blind, taub und stumm war; so konnte man nur durch das Gefühl mit ihr sprechen. Sie hatte eine ungemeine Fertigkeit in der Fingersprache; wer aber so mit ihr reden wollte, der mußte ihre Hand und ihre Finger statt der seinigen berühren. Sie unterschied an einer Schürze, die mit Seide von verschiedenen Farben eingefast war, das Rothe, Grüne und Blaue aufs richtigste, indem sie die Finger aufmerksam an die Blumen der Einfassung setzte. Sie konnte sogar ein nelkenfarbiges Band (Pinck Coulour) nachdem sie es eine Zeitlang befühlet hatte, unterscheiden, und den Namen der Farbe bezeichen, obgleich dieselbe nur eine Art des Rothen von der blaßrothen Schattirung war. Man wollte sie einstmals in ein Zimmer führen, worinn, wie man ihr zu verstehen gab, lauter Bekannte seyn sollten. Unter der Zeit daß man sie hierzu beredete, waren aber von ohngefähr Fremde in dieses Zimmer gekommen. Als nun die Kranke vor das Zimmer kam, und die Thür geöfnet wurde; so kehrte sie um, und ging sehr unwillig wieder in ihr Zimmer zurück, weil sie zu verstehen gab, es wären Fremde da und man hätte sie hintergehen wollen. Sie gestand nach der Zeit, daß sie die Gegenwart der Fremden aus dem Geruche erkannt hätte. Es ward ihr nicht so leicht, ihre Bekannten durch den Geruch zu unterscheiden, sondern sie mußte hierzu andere Künste zu Hülfe nehmen. Insgemein er-[89]kannte sie ihre Freunde durch das Gefühl ihrer Hände, und wenn dieselben zu ihr kamen; so pflegten sie ihr die Hände darzubieten, um sich zu erkennen zu geben. Die Bildung und die Wärme der Hand waren ihre gewöhnlichen Merkmale, und zuweilen umspannte sie die Handwurzel am Arme, oder maaß die Finger. Ein Frauenzimmer mit der sie wohl bekannt war, kam einst und bot ihr die Hand, wie gewöhnlich. Sie befühlte solche länger, als sonst, und schien zweifelhaft, wessen Hand es wäre: nachdem sie aber die lezterwähnten Abmessungen angestellt hatte, gab sie zu verstehen: »daß es Jgfr. M. sey, aber heute wärmer, als sonst wäre.« Diese blinde Person pflegte viel zu nähen, um sich die Zeit zu vertreiben und ihre Nähterei war ungemein sauber und ordentlich. Unter vielen Stücken von ihrer Arbeit, die man in der Familie aufhebt, befindet sich ein Nadelküssen, das kaum seinesgleichen hat. Zuweilen schrieb sie auch, und ihre Schrift war noch außerordentlicher als ihre Nähterei. Sie war eben so ordentlich und richtig; die Züge waren sehr artig, die Zeilen alle gerade, und die Buchstaben in gleichen Entfernungen von einander. Das erstaunlichste bei ihrem Schreiben war, daß sie auf eine gewisse Art entdeckte, wenn sie einen Buchstaben ausgelaßen hatte, und ihn über das Wort, wo er hingehörte, mit der gehörigen Anzeigung setzte. Sie pflegte zu allen Stunden der Nacht sich in ihrem Bette aufzusetzen, und zu nähen oder [90]zu schreiben, wenn ihre Schmerzen, oder andere Umstände sie nicht schlafen ließen.

Alle diese Umstände waren so außerordentlich, daß man lange Zeit zweifelte, ob sie nicht schwache Ueberbleibsel des Gesichts und Gehörs hätte, weshalb man einige Proben mit ihr anstellete. Einige solcher Proben entdeckte sie von ohngefähr, und dieses erregte ihr allezeit heftige Convulsionen. Der Gedanke, daß man ihr eine so boshafte Verstellung Schuld gäbe, war ihrem Gemüthe eine unerträgliche Qual. Ein Geistlicher fand sie einen Abend an einem Tische arbeiten, auf welchem ein Licht stand. Er hielt seinen Hut zwischen ihr Auge und das Licht so, daß dieses ihr nicht den geringsten Schein geben konnte. Sie setzte ihre Arbeit ganz gelassen fort, bis sie plötzlich ihre Hand in die Höhe hob, ihre Stirn zu reiben und an den Hut stieß, worauf sie gewaltige Convulsionen bekam, und mit großer Mühe zurecht gebracht ward. Durch solche Versuche, und verschiedene zufällige Umstände ward die Familie völlig versichert, daß sie gänzlich taub und blind wäre; besonders als sie einstens bei einem schrecklichen Sturme mit Donner und Blitzen ungestöhrt bei ihrer Arbeit sitzen blieb, ob sie gleich das Gesicht gegen das Fenster gekehrt hatte, und sonst bei solchen Vorfällen sehr erschrocken war. Sir Hans Sloane, ihr Arzt, zweifelte immer noch an Begebenheiten, die so wunderbar schienen, und man verstattete ihm, sich davon durch solche [91]Versuche und Beobachtungen zu versichern, wie er verlangte. Der Ausgang war, daß er sie für völlig taub und blind erklärte. Sie ward endlich nach Bath gesendet, wo ihre Schmerzen und Convulsionen zwar geringer wurden; aber Sprache, Gesicht und Gehör erhielt sie nie im geringsten wieder. Die Wittwe eines ihrer Brüder besitzt Briefe von ihr, welche sie von Bath geschrieben, und die der Verfasser dieser Geschichte selbst gesehen, worinn einige erwähntermaßen vergessene Buchstaben mit Anzeigung der Stelle, wo sie hingehören, eingerückt sind. Diese Wittwe und viele andere Personen können diese so seltsamen Begebenheiten dergestalt bezeugen, daß es nicht nur ungerecht, sondern auch thöricht wäre, daran zu zweifeln.


Wer noch mehr über die Nachtwandler zu lesen wünscht, den verweise ich auf folgende Schriften.

1) Auf eine Abhandlung über diesen Gegenstand, welche des Sauvages de la Croix oben angeführter Erzählung beigefügt ist im Hamb. Magazin, Band 7. S. 489 ff. k

2) Meiers Versuch einer Erklärung des Nachtwandelns. Halle, 1758. 8. l Siehe hierüber: Literaturbriefe 6. Theil Br. 97. m

3) Fricke commendatio de noctambulis. Halae 1773. 4. n

[92]

4) Walchs philosophisches Lexicon, Artikel Mondsüchtige. z.B. der Henningischen Ausgabe. o

5) Allgemeine deutsche Bibliothek. 40. Band. S. 136 ff. p

6) Krügers Experimentalseelenlehre; im Anhange. Halle 1756. 8. q

7) Euseb. Nierembergii philosophia curiosa. r

8) Miscellanea curiosa Academ. naturae curiosorum. Annus 1681, 1697, 1698. 4. s

9) a Reies elysius iucundarum quaestionum campus. t

10) Unzers Arzt. Stück 74<,> 78. u

11) Vigneul Marville Melanges d'histoire & de litterature. 2. Band. S. 237 ff. v

12) Muratori über die Einbildungskraft des Menschen, nebst Richerz lesenswürdigen Zusätzen. 1. Band. S. 301 ff. desgl. S. 245. w

13) Richter de statu mixto somni & vigiliae. Götting, 1756 4. x

14) Hennings von den Träumen und Nachtwandlern. Weimar 1784. 8. y

15) Tiedemanns Untersuchungen über den Menschen. 3. Theil. 1778. z

Fußnoten:

1: *) Siehe hierüber nach in Göttingischen gemeinnützigen Abhandlungen 1772. St. 1. Herrn Hofrath Feders Erklärung dieses Phänomens. b

Erläuterungen:

a: Encyclopédie, Tome XXXVIII (1774), S. 785-789.

b: Feder 1772.

c: "Nichts ist im Verstand, was nicht zuvor in den Sinnen war". Dieser Grundsatz der empirischen Philosophie wird u.a. Aristoteles, Thomas von Aquin und John Locke zugeschrieben.

d: Pigatti 1743.

e: Journal encyclopédique, Tome V, 2. Partie, 15. juillet 1762, 'Suite des singularités concernant les Somnambules', S. 18-34.

f: Das Nößel: "nur noch in einigen Gegenden so wohl Ober- als Niedersachsens als ein bestimmtes Maß flüssiger und trockner Dinge üblich, welches die Hälfte eines Maßes, einer Kanne oder eines Quartes beträgt, so fern diese drey Wörter gleichbedeutend sind." (Adelung 1811, Bd. 3, Sp. 521.)

g: Massei 1759. Negretti wird im 14. Brief 'Elektrische Versuche' (S. 31-64) kurz erwähnt (S. 53).

h: Sauvages 1745.

i: H. M. 1760.

j: Die Pocken (DWb Bd. 2, Sp. 77).

k: Anonym 1751.

l: Meier 1758.

m: D. 1760.

n: Fricke 1773.

o: Hennings bearbeitete die 4. Auflage von Walchs Lexikon (Walch 1775).

p: Allgemeine Deutsche Bibliothek, Bd. 40 (1780), S. 132-139. Rezension von Tiedemann 1777/1778, Bd. 3.

q: Krüger 1756.

r: Nieremberg 1630.

s: 1652 wurde die Academia Naturae Curiosorum in Schweinfurt gegründet, sie besteht noch heute als die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina in Halle. Ab 1670 erschien die Zeitschrift Miscellanea curiosa medico-physica Academiae Naturae Curiosorum.

t: Franco 1661.

u: Unzer 1760. 74. St. 'Vom Zustande der Seele bei den Nachtwanderern', S. 337-352; 78. St. 'Geschichte zweener besonderer Nachtwanderer', S. 403-411. Vgl. Erl. zu MzE VII,1,103.

v: Argonne 1699-1701.

w: Muratori 1785.

x: Richter 1756.

y: Hennings 1784.

z: Tiedemann 1777/1778.